Rohstoffe der Tiefsee: Polymetallknollen (CC BY-SA 4.0)

Bild für Rohstoffe der Tiefsee: Polymetallknollen (CC BY-SA 4.0)

Rohstoffe der Tiefsee: Polymetallknollen (CC BY-SA 4.0)

Ihre Bestandteile machen sie zu einer interessanten potenziellen marinen Rohstoffquelle. Doch der Abbau ist umstritten: Er könnte großräumige negative Folgen für die Ökosysteme der Tiefsee haben.

5 Min. | 09.02.2026

Bei Verwendung immer nennen

ZDF/Terra X/K22/C. Eppelmann/E. Frank/S. Engel/Kawom/M. Heß

Textfassung

Metalle wie Kupfer, das Strom und Wärme leitet, sowie Kobalt, Lithium und Nickel sind für uns heute unverzichtbar. Auch Metalle der seltenen Erde werden zum Beispiel für die Produktion von Batterien, Elektroautos und für grüne Technologien wie Windkraftanlagen dringend benötigt. Und der Bedarf steigt. Weltweit werden deshalb Mittel und Wege gesucht, Metalle der seltenen Erde zu gewinnen. Metalle bilden die größte Gruppe im Periodensystem. Die Atommasse von Metallen kann niedrig oder hoch sein und bestimmt ihre chemischen Eigenschaften. Lithium ist das leichteste, während Kobalt, Nickel und Kupfer im mittleren Bereich liegen. Schwergewichte finden sich in der Untergruppe der Lanthanoide. Die sogenannten Seltenerdmetalle, 17 Elemente, darunter Lanthanoide, Scandium und Yttrium, sind technisch bedeutend, aber kommen oft nur in geringen Konzentrationen vor. 2024 stammte rund 70 Prozent der weltweiten Jahresproduktion aus China, je etwa 14 Prozent aus den USA und sechs Prozent aus Australien. Unvorstellbare Mengen Gestein müssen für den Abbau bewegt werden: Links die Gesamtmenge des im Jahr 2018 abgebauten Gesteins, rund 38 Milliarden Tonnen. Daraus konnte die Industrie 1,5 Milliarden Tonnen Metalle gewinnen. Metalle der seltenen Erde gelten als zentrale Ressourcen für die Zukunft, ihre Gewinnung ist jedoch mit großen Anstrengungen verbunden. Deshalb wird nach Alternativen gesucht. Sogenannte Polymetallknollen enthalten mehrere der gefragten Metalle. Sie sind heute am Grund der großen Weltmeere zu finden, und ihre Entstehung hat unter anderem etwas mit dem Gebiss von Haien zu tun: Ein Hai kann in seinem Leben bis zu 30.000 Zähne nutzen. Hinter jeder Zahnreihe wachsen mehrere neue, denn nicht selten reißt einer aus. Verlor ein Hai einen Zahn vor Jahrmillionen, sank er viele Tausend Meter tief auf den Grund des Ozeans – dort begann seine Verwandlung. Im Wasser gelöste Metalle lagerten sich an und bildeten eine Schale um den Zahn. In einer Million Jahren wachsen die Knollen um wenige Millimeter – ein langwieriger Prozess. Die meisten sind etwa so groß wie ein Golfball, manche erreichen sogar Durchmesser von bis zu zwanzig Zentimetern. Polymetallknollen können sich genauso auch um Gesteinsfragmente und Schalenreste bilden. Die Knollen enthalten viele Metalle, die für die Herstellung von Smartphones und E-Autos benötigt werden, darunter geringe Mengen Gold und Lithium, vor allem aber Kobalt und Kupfer. Dazu kommen seltene Erden wie Yttrium. Das macht Polymetallknollen zu einer interessanten potenziellen marinen Rohstoffquelle. Doch der Abbau ist umstritten: Er könnte großräumige negative Folgen für die Ökosysteme der Tiefsee haben. Der Abbau am Meeresboden erzeugt großflächige Sedimentwolken. Diese können kilometerweit driften, empfindliche Arten schädigen, Filterorgane verstopfen und zur dauerhaften Zerstörung mariner Lebensräume führen. Erholungszeiten betroffener Ökosysteme liegen laut aktueller Forschung bei Jahrzehnten bis Jahrhunderten Viele Staaten und Organisationen fordern seit 2023 ein Moratorium für kommerziellen Tiefseebergbau, bis nachweislich umweltverträgliche Methoden vorliegen. Auch 2025 gab es noch kein verbindliches internationales Regelwerk, genannt „Mining Code“, für den Tiefseebergbau.

Embed-Funktion

https://schule.zdf.de/video/rohstoffe-der-tiefsee-polymetallknollen-creative-commons-clip-100

Wissensclips zur freien Nutzung für alle

Hier gibt es einen großen Fundus an kurzen Erklär-Videos aus Terra X und anderen Wissenschaftssendungen unter Creative Commons-Lizenz (Open Educational Resources, OER). Diese dürfen unter bestimmten Bedingungen weiter bearbeitet und verbreitet werden.

Was ist eine CC BY 4.0 Lizenz und wie können die Inhalte benutzt werden?

Mit der Lizenz „CC BY 4.0“ dürfen alle so gekennzeichneten-Clips bzw. Fotos verwendet, geändert und verbreitet werden. Bedingung ist dabei, dass Herkunft und Urheber der Clips genannt, Änderungen angegeben werden und das ursprüngliche Werk durch die Bearbeitung nicht entstellt wird. Zur Einhaltung der Lizenzbestimmungen und zur Wahrung der Urheberpersönlichkeitsrechte heißt das im Einzelnen:

  1. Die Urheber der genutzten Werke müssen genannt werden; sie stehen unter jedem Clip.
  2. Wenn Veränderungen vorgenommen werden, müssen diese angegeben werden. Zur Wahrung des Urheberpersönlichkeitsrechts darf das Werk vom Inhalt und der Form her nicht entstellt oder gar in seiner Aussage umgekehrt werden.
  3. Es ist zu vermeiden, dass durch die Angaben der Eindruck entsteht, dass die Aussage des neuen Werks oder der Nutzer vom Urheber bzw. ZDF unterstützt wird.
  4. Es muss bei der Nutzung des Clips ein Hinweis auf die Lizenzbestimmungen erfolgen (Link auf https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode.de). An der Stelle, wo der Clip verwendet wird, muss das CC-Icon „CC BY 4.0“ stehen. Die unwiderrufliche Lizenz endet mit Ablauf der gesetzlichen Schutzfristen oder vorzeitig, wenn die Lizenzbestimmungen nicht eingehalten werden.