Stephanie Spendler leitet seit Jahren eines der bekanntesten Bierzelte auf dem Oktoberfest. Jeden Herbst erlebt sie, wie auf der Wiesn Millionen Menschen zusammenkommen - und gemeinsam trinken, feiern und den Rausch suchen.
Ob Oktoberfest, Karneval oder Ballermann: Alkohol gehört für viele zum Feiern dazu. Obwohl die meisten wissen, dass er schadet, bleibt er fest in unserem Alltag verankert. Psychologe Leon Windscheid geht der Frage nach: Warum suchen wir den Rausch?
Alkohol begleitet die Menschheit seit ihren Anfängen. Kulturanthropologe Prof. Gunther Hirschfelder erklärt, dass es seit jeher überall auf der Welt Hinweise auf Alkohol gibt. Bis heute ist er das Rauschmittel Nummer 1 in Deutschland - tief verwurzelt in Kultur, Ritual und Gemeinschaft.
Die Schattenseite ist deutlich: Jährlich sterben in Deutschland rund 44.000 Menschen an den Folgen von Alkoholkonsum, etwa vier Millionen leiden unter alkoholbezogenen Störungen. Dazu kommen die betroffenen Angehörigen. Dennoch gilt laut Suchtexperte Prof. Johannes Lindenmeyer: Alkohol wird bleiben. Entscheidend ist nicht, ob wir trinken - sondern wie.
Während andere Kulturen einen bewussteren Umgang mit Alkohol pflegen, wird in Deutschland hoher Konsum oft noch mit Stärke oder Geselligkeit verbunden. Zwischen Genuss, Kontrollverlust und Sucht verläuft dabei eine schmale Grenze.
Im Sozialexperiment trifft Leon auf Menschen mit ganz unterschiedlichen Perspektiven: eine Winzerin, für die Wein Kulturgut ist, einen trockenen Alkoholiker und eine junge Frau, die früher im Rausch nach Zugehörigkeit suchte. Ihre Geschichten zeigen, wie vielschichtig Alkohol ist - als Genussmittel, Ritual und Risiko zugleich.
Statistiken zu den Gefahren von Alkohol, zum "problematischen Trinken" sowie Forschung, wie Alkoholkonsum sich auf das Sozialleben auswirkt - zudem Fakten und Zahlen zum Oktoberfest zum Nachlesen