Bild für So erdbebensicher haben die Inka gebaut. (CC BY-SA 4.0)

So erdbebensicher haben die Inka gebaut. (CC BY-SA 4.0)

Vor über 500 Jahren errichteten die Inka im Hochland Perus beeindruckende Terrassen, Tempel und Städte – Bauwerke, die selbst starke Erdbeben überstanden

3 Min. | 07.09.2026

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Vor über 500 Jahren errichteten die Inka im Hochland Perus beeindruckende Terrassen, Tempel und Städte – Bauwerke, die selbst starke Erdbeben überstanden. Sie waren perfekt an die Landschaft angepasst. Auf rund 3.400 Metern Höhe liegt die Stadt Cusco. Sie war vor rund 500 Jahren das Zentrum des Inka Reichs. Cusco erstreckt sich über das fruchtbare Huatanay-Tal und bildet bis heute das wirtschaftliche Zentrum der Region. Die Inka gestalteten Cusco mit monumentalen Steinbauten. Im 16. Jahrhundert bauten die Spanier Kirchen und Verwaltungsgebäude direkt auf den Fundamenten der Inka. Viele dieser Bauwerke sind noch heute sichtbar. Das ist ein Wunder der Architektur. Am nördlichen Rand von Cusco verläuft die Tambomachay-Verwerfung – eine aktive Erdbebenspalte, die der Stadt gefährlich werden kann. Im östlichen Pazifik, vor der Küste Südamerikas, liegt die Nazca-Platte. Die tektonische Platte erstreckt sich unter dem Meer und bewegt sich mit etwa sechs Zentimeter jährlich auf Südamerika zu. Vor der Küste Perus taucht die Nazca-Platte unter die Südamerikanische Platte ab. Dabei entstehen Spannungen, die sich in Erdbeben entladen. Nirgendwo bebt es so häufig wie in den Anden. Viele der registrierten Erdbeben sind harmlos, aber manche erreichen Stärken, die Häuser schwer beschädigen können. Jährlich registriert Peru rund 35 Erdbeben mit einer Stärke von 5 oder mehr. Ob die Inka diese Bauweise bewusst als Erdbebenschutz entwickelten, ist noch nicht abschließend geklärt – sicher ist aber, dass sie sehr gut funktioniert. Doch wie gelang ihnen das? Präzise formten sie riesige Felsblöcke und setzten sie ohne Mörtel zusammen – wie ein perfektes Puzzle. Die Steinblöcke lagen lose aufeinander. So konnten sie sich im Rhythmus der Erdbewegung mitbewegen – quasi tanzen. Dadurch entstanden weniger Risse, und viele dieser Bauwerke stehen bis heute stabil. Die historischen Stätten in Peru sind also der genialen Ingenieurskunst der Inka zu verdanken. Viele moderne Gebäude in Cusco folgen nicht mehr der stabilen Inka-Bauweise und sind bei Erdbeben einsturzgefährdet. In einer erdbebengefährdeten Region sind Frühwarnsysteme und gutes Risikomanagement daher entscheidend, um Menschen und Kulturerbe zu schützen. Sprecherin: Kerstin Atzbach

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