Ob in Architektur oder Wirtschaft, Ökologie oder Landwirtschaft – oft kamen unsere Vorfahren auf erstaunlich einfache Ideen, die zeigen, dass nicht Hightech, sondern Lowtech die bessere Lösung sein kann. Heute will man klimaresilient bauen – und weltweit finden sich Beispiele, wie in vergangenen Jahrhunderten clever gewohnt wurde, dank Himmelbetten, Schilfdächern oder Lehmwänden.
Im heißen Süden Spaniens sucht eine Architektin nach dem Wissen ihrer Vorfahren, studiert die Alhambra und perfekt temperierte jahrhundertealte Höhlenhäuser – und lüftet alte Geheimnisse mit Blick in die Zukunft.
Eine Reise nach Japan zeigt, wie erfolgreich Kreislaufwirtschaft bereits im 17. Jahrhundert funktionierte. Damals war Japan eine "Zero-Waste"-Gesellschaft, die über ein Jahrhundert blühte, indem sie alles re- oder upcycelte. Aus Baumwollfetzen wurden Kimonos, aus Reisstroh Sandalen.
Auch am Bodensee zwischen Deutschland und der Schweiz kümmerte man sich früh darum, Ressourcen zu schonen. In der Klosterbibliothek von St. Gallen belegen Gesetze aus dem 16. Jahrhundert, wie Fischerei dort jahrhundertelang nachhaltig reglementiert wurde.
Angesichts immer häufiger auftretender Großfeuer wächst das Interesse an traditionellen Feuerpraktiken. Indigene in Kanada engagieren sich, damit ihre "cultural burns" wieder ins moderne Landmanagement integriert werden: Im Herbst legen sie gezielt kleine Brände, reduzieren Unterholz, den Zündstoff für große Feuer. Und auch die Artenvielfalt profitiert von dieser Methode.
Selbst für den steigenden Meeresspiegel finden uralte Technologien Anwendung: In Mexiko-Stadt bewirtschafteten Azteken künstlich angelegte, mit Baumwurzeln verankerte Inseln, "Chinampas" genannt. Heute leisten sie Pionierarbeit im Küstenschutz: natürlich bepflanzte Inseln, die Ökosysteme stärken und Sturmfluten trotzen – ganz ohne Beton und Stahl.